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Wie sich der Arbeitsmarkt verändert

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2025 waren in Deutschland rund 46 Millionen Menschen erwerbstätig. Die Arbeitslosigkeit stieg, Unternehmen meldeten weniger offene Stellen. In Pflege und Handwerk suchten Betriebe weiterhin dringend Personal.

Für Beschäftigte und Arbeitssuchende ist entscheidend, welche Berufe und Fähigkeiten in ihrer Region gefragt sind. Demografie, Digitalisierung und ökologischer Umbau verändern Aufgaben und Nachfrage. Das Tempo unterscheidet sich je nach Region.

Erwerbstätigkeit bleibt hoch, gemeldete Stellen gehen zurück

Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen sank 2025 leicht gegenüber dem Vorjahr. Zugleich nahm die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit registrierten Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt gegenüber dem Vorjahr zu; die Arbeitslosenquote stieg auf 6,3 Prozent. Auch die Zahl der offenen Stellen, die Arbeitgeber der Bundesagentur meldeten, ging zurück. Sie lag im Jahresdurchschnitt bei 632.000.

Die Entwicklung fiel je nach Branche unterschiedlich aus. In den Dienstleistungsbereichen nahm die Beschäftigung zu, während das Produzierende Gewerbe und das Baugewerbe Stellen verloren. Damit waren insgesamt viele Menschen beschäftigt, zugleich gab es weniger gemeldete Stellen als im Vorjahr.

Bei Arbeitslosenzahlen kommt es auf die Messmethode an. Die Bundesagentur zählt Menschen, die bei ihr als arbeitslos registriert sind. Das Statistische Bundesamt erfasst nach der internationalen ILO-Methode, wer ohne Arbeit ist, aktiv eine Stelle sucht und kurzfristig verfügbar wäre. Nach dieser Methode waren 2025 rund 1,7 Millionen Menschen erwerbslos. Die beiden Zahlen messen Verschiedenes und sind nicht direkt vergleichbar.

Fachkräfteengpässe hängen vom Beruf ab

Die Bundesagentur für Arbeit stellte 2025 in 157 Gruppen ähnlicher Berufe Fachkräfteengpässe fest. Besonders groß waren die Engpässe in Pflege- und Gesundheitsberufen sowie in Bau und Handwerk. Stark gesucht waren außerdem Erzieherinnen und Erzieher. Dazu zählten auch Köchinnen und Köche sowie Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer. In der Softwareentwicklung und im IT-Vertrieb stellte die Analyse dagegen keinen Engpass mehr fest.

Ein Fachkräfteengpass liegt vor, wenn offene Stellen in einem bestimmten Beruf schwer zu besetzen sind. Daraus lässt sich kaum ableiten, wie leicht Arbeitssuchende in anderen Berufen eine Stelle finden. Die Bundesagentur sieht keinen allgemeinen Arbeitskräftemangel: In manchen Tätigkeiten ist das Angebot größer als die Nachfrage. Häufig passen die Qualifikationen oder beruflichen Erfahrungen von Arbeitslosen nicht zu den ausgeschriebenen Stellen.

Für die Jobsuche hilft es daher, nicht nur auf allgemeine Schlagzeilen zu achten. Prüfen Sie konkrete Stellenanzeigen in Ihrer Region und vergleichen Sie die geforderten Fähigkeiten mit Ihrer Erfahrung. Wenn viele Anzeigen ähnliche Zusatzkenntnisse verlangen, kann eine passende Weiterbildung den Einstieg erleichtern. Ob sie sich lohnt, hängt davon ab, ob diese Kenntnisse bei den Arbeitgebern vor Ort tatsächlich gefragt sind.

Demografischer Wandel verkleinert die Bevölkerung im Erwerbsalter

In den kommenden Jahren gehen viele Menschen aus den geburtenstarken Jahrgängen in den Ruhestand. Gleichzeitig rücken zahlenmäßig kleinere jüngere Jahrgänge nach. Das Statistische Bundesamt berechnet deshalb in allen Varianten seiner Bevölkerungsvorausberechnung einen langfristigen Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter.

Wie stark dieser Rückgang ausfällt, hängt unter anderem von der Zuwanderung ab. Je nach Annahmen fallen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Es handelt sich um Szenarien, keine sicheren Vorhersagen.

Zuwanderung trägt bereits zur Beschäftigung bei. In Engpassberufen stieg der Anteil ausländischer Beschäftigter zwischen 2014 und 2025 von etwa sieben auf 14 Prozent. Zuwanderung kann den demografischen Rückgang abfedern. Damit zugewanderte Beschäftigte passende Stellen finden, müssen ihre Qualifikationen anerkannt werden und die Anforderungen der Stelle zu ihren Kenntnissen passen.

KI verändert Aufgaben und Berufe

Künstliche Intelligenz kann einzelne Arbeitsschritte übernehmen oder erleichtern. Wie viele Stellen dadurch wegfallen oder neu entstehen, lässt sich nicht sicher vorhersagen. Die Modellrechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigen, wie stark das Ergebnis von den Annahmen abhängt.

In einer langfristigen Projektion bis 2040 entfallen gegenüber 2023 rund vier Millionen Arbeitsplätze, während etwa 3,1 Millionen neue entstehen. Der erwartete Rückgang der Beschäftigung geht laut IAB vor allem auf die Demografie zurück. Für die Digitalisierung allein ergibt dieselbe Projektion ein anderes Bild: Rund 2,1 Millionen Arbeitsplätze entfallen, etwa 2,5 Millionen entstehen neu.

Der Begriff „Substituierbarkeitspotenzial“ gibt an, wie viele Tätigkeiten in einem Beruf technisch automatisierbar wären. Er beschreibt damit ein technisches Potenzial, keine bereits verlorenen Stellen. 2022 arbeiteten 38 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berufen, in denen mindestens 70 Prozent der Tätigkeiten technisch ausführbar waren. Ob Betriebe diese Technik einsetzen, hängt unter anderem von den Kosten und den Regeln ab. Auch die konkrete Organisation der Arbeit spielt eine Rolle.

Prüfen Sie, welche Aufgaben sich in Ihrem Beruf automatisieren lassen und wo Fachwissen, eigene Entscheidungen oder persönlicher Kontakt wichtig bleiben. Wer regelmäßig digitale Werkzeuge nutzt und die eigenen Kenntnisse erweitert, kann sich besser auf veränderte Aufgaben einstellen. Eine bestimmte Weiterbildung ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn sie zu den Anforderungen des eigenen Berufs oder eines realistischen nächsten Schritts passt.

Ökologischer Umbau verändert Tätigkeiten

Der ökologische Wandel verschiebt Aufgaben innerhalb von Berufen und verändert Ausbildungsprofile. Zwischen 2012 und 2022 nahmen umweltfreundliche Tätigkeiten innerhalb von Berufen laut IAB um elf Prozent zu; umweltschädliche Tätigkeiten gingen um sieben Prozent zurück. Die Werte zeigen, wie sich Tätigkeitsanteile verändert haben. Sie geben nicht an, wie viele Stellen neu entstanden oder weggefallen sind.

Ein direkter Wechsel aus einem Beruf mit vielen umweltschädlichen Tätigkeiten in einen Beruf mit vielen umweltfreundlichen Tätigkeiten war bisher eher selten. Häufig führten berufliche Wechsel in Tätigkeiten, die ökologisch weder stark belastend noch besonders umweltfreundlich eingestuft werden. Beschäftigte brauchen für den Wechsel oft zusätzliche Qualifikationen. Dabei wechseln sie nicht unbedingt in einen ähnlichen Beruf.

Homeoffice und Teilzeit sind ungleich verteilt

Homeoffice gehört für einen Teil der Beschäftigten zum Arbeitsalltag, ist aber stark vom Beruf abhängig. 2025 arbeiteten nach Angaben des Statistischen Bundesamts 25 Prozent der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich von zu Hause. 2019 waren es 13 Prozent. Besonders verbreitet war Homeoffice in IT-Dienstleistungen sowie in Verwaltung und Unternehmensberatung. In der Gastronomie, im Einzelhandel und in handwerklich geprägten Tätigkeiten war es deutlich seltener.

Die Teilzeitquote zeigt aber nicht, wie viele zusätzliche Arbeitsstunden Beschäftigte sofort übernehmen könnten. 2025 arbeiteten 31,9 Prozent der abhängig Beschäftigten in Teilzeit. Die Quote lag bei Frauen bei 50,6 Prozent und bei Männern bei 14,3 Prozent. Teilzeit ermöglicht vielen Menschen, Beruf und private Verpflichtungen zu vereinbaren. Wer länger arbeiten möchte, braucht dafür auch passende Arbeitszeiten und Rahmenbedingungen. 2025 äußerten 1,5 Millionen Erwerbstätige den Wunsch nach längeren Arbeitszeiten, während 3,8 Millionen kürzer arbeiten wollten.