Beim iPhone-Start in Europa 2007 mussten Käufer je nach Land zu einem anderen Mobilfunkanbieter gehen. Preise, Tarife und Vertragsbedingungen unterschieden sich. Eine SIM-Sperre ließ das iPhone nur mit der SIM-Karte eines bestimmten Anbieters nutzen. Apple musste den Start deshalb in jedem Land einzeln planen.
Auch in den USA gab es einen Exklusivvertrag: Zunächst verkaufte nur AT&T das iPhone. In Europa brauchte Apple jeweils einen eigenen Partner für Großbritannien, Deutschland und Frankreich. Das iPhone kam in jedem Land zu einem anderen Zeitpunkt auf den Markt.
Auch die USA hatten einen Exklusivpartner
Apple verkaufte das erste iPhone jeweils über einen einzigen Mobilfunkanbieter. In den USA war das AT&T, damals noch unter dem Namen Cingular bekannt.
Auch in Europa verkaufte Apple das iPhone über einzelne Anbieter. Einen gemeinsamen Partner für den ganzen Kontinent gab es nicht. O2 übernahm den Verkauf in Großbritannien, T-Mobile in Deutschland und Orange in Frankreich. Jeder Anbieter handelte eigene Angebote aus und verkaufte das iPhone über seine eigenen Geschäfte und Kanäle. Käufer konnten deshalb nicht davon ausgehen, dass ein Vertrag oder ein Preis aus einem Land auch im Nachbarland galt.
Drei Länder, drei Starttermine
Großbritannien und Deutschland starteten am 9. November 2007 mit dem iPhone. Frankreich folgte am 29. November. Apple musste den Start mit O2, T-Mobile und Orange jeweils einzeln vorbereiten, daher lagen die Termine auseinander.
Für Käufer zählte vor allem, welcher Anbieter das iPhone offiziell verkaufte und welche Vertragsbedingungen galten. Wer bereits einen Mobilfunkvertrag hatte, konnte nicht automatisch beim eigenen Anbieter bleiben. Je nach Land konnten Käufer zu O2, T-Mobile oder Orange wechseln oder ein teureres Gerät ohne Vertrag kaufen.
Gerätepreis und Vertrag bestimmten die Kosten
Die Startangebote lassen sich wegen unterschiedlicher Währungen, Tarife und Vertragsbedingungen nicht direkt vergleichen. Sie zeigen aber, warum der Gerätepreis allein wenig über die tatsächlichen Kosten verriet.
| Land und Angebot | Preis und Bedingung zum Start | Bedeutung für Käufer |
|---|---|---|
| Großbritannien, 2007 | 269 Pfund für das 8-GB-Modell, gekoppelt an einen 18-Monats-Vertrag mit O2 | Der offizielle Kauf band Käufer an O2 und an eine längere Vertragslaufzeit. |
| Deutschland, 2007 | 399 Euro plus Zweijahresvertrag bei T-Mobile; der monatliche Mindestpreis lag laut damaliger Berichterstattung bei 49 Euro | Der niedrige Gerätepreis kam mit einer langen Bindung. Für eine entsperrte Version wurden 999 Euro genannt. |
| Frankreich, 2007 | 399 Euro mit Orange-Vertrag; ohne Vertrag kostete ein gesperrtes Gerät 649 Euro und ein entsperrtes 749 Euro | Der Kauf ohne Orange-Vertrag war möglich, aber deutlich teurer. |
Bei solchen Angeboten mussten Käufer prüfen, was das Gerät kostete und welche Monatsgebühr über welche Vertragslaufzeit anfiel. Wer sich nicht an den exklusiven Anbieter binden wollte, zahlte für ein Gerät ohne Anbieterbindung oft deutlich mehr. „Entsperrt“ bedeutete dabei, dass das iPhone nicht auf die SIM-Karte eines bestimmten Anbieters festgelegt war.
Nationale Regeln änderten die Angebote
In Frankreich gab es neben Vertragsangeboten auch Geräte ohne Vertrag. Die französische Telekommunikationsaufsicht ARCEP dokumentierte damals eine Regel, nach der Anbieter ihren Kunden grundsätzlich nach sechs Monaten kostenlos einen Entsperrcode bereitstellen mussten. Diese Vorgabe galt in Frankreich, aber nicht automatisch in ganz Europa.
In Deutschland focht Vodafone den exklusiven Verkauf durch T-Mobile vor Gericht an. Während des Rechtsstreits bot T-Mobile auch eine Version ohne SIM-Sperre an. Der Streit zeigt, dass der exklusive Verkauf in Deutschland zu Konflikten führte. Der Rechtsstreit änderte aber nichts daran, dass die Angebote und Kaufmöglichkeiten von Land zu Land verschieden blieben.
Ein entsperrtes iPhone aus dem Ausland hatte nicht unbedingt dieselben Funktionen wie ein Gerät des Anbieters vor Ort. O2 wies darauf hin, dass bestimmte Dienste wie Visual Voicemail in einem anderen Netz möglicherweise nicht funktionierten. Käufer mussten also nicht nur prüfen, ob das iPhone eine andere SIM-Karte akzeptierte. Auch die unterstützten Funktionen hingen vom Anbieter ab.
2008 kamen weitere Anbieter hinzu
Mit dem iPhone 3G weitete Apple den Start am 11. Juli 2008 auf 22 Länder aus. Apple verkaufte das iPhone über mehr Anbieter. Welche Verkaufswege es gab, hing aber weiterhin vom Land ab. In Italien verkauften neben TIM auch andere Anbieter das Gerät; TIM kündigte zudem Angebote für Prepaid-Kunden an. In Spanien übernahm Telefónica den exklusiven Vertrieb.
Auch 2008 unterschieden sich die Angebote in Europa von Land zu Land. Je nach Land unterschieden sich weiterhin Anbieter, Tarife und Kaufmöglichkeiten. Apple musste dafür mit mehr Anbietern zusammenarbeiten und die Angebote einzeln aushandeln. Für Käufer blieb entscheidend, welches Modell im eigenen Land erhältlich war und ob der Gesamtpreis samt Vertrag zur eigenen Situation passte.